Hund hat Schmerzmittel gefressen (Ibuprofen, Paracetamol, Aspirin)
Menschliche Schmerzmittel aus der Hausapotheke sind eine der häufigsten Vergiftungsursachen bei Hunden – und oft die gefährlichsten. Ibuprofen, Paracetamol, Aspirin und Diclofenac wirken bei Hunden anders als bei Menschen: die Leber kann sie nicht effektiv abbauen, die Dosen sind schnell toxisch. Eine einzelne Tablette kann lebensgefährlich sein.
Welches Medikament wie gefährlich?
Ibuprofen (Aktren, Dolormin)
Schon ab 50 mg/kg Körpergewicht Magengeschwüre, ab 175 mg/kg akutes Nierenversagen, ab 400 mg/kg tödlich. Eine Tablette à 400 mg ist für einen 10-kg-Hund bereits am Schwellenwert für Magenschäden.
Paracetamol (Ben-u-ron, Paracetamol AL)
Bei Hunden ab 100 mg/kg Leberzellschäden, ab 200 mg/kg Lebensgefahr. Bei Katzen schon ab 10 mg/kg lebensgefährlich – sie können das Medikament fast nicht abbauen. Eine einzige Paracetamol-Tablette 500 mg ist für eine Katze meist tödlich.
Aspirin / Acetylsalicylsäure (ASS)
Toxische Wirkung ab etwa 50 mg/kg. Symptome: Magenblutung, Anämie, Atemstörung. ASS wird gelegentlich tierärztlich in sehr geringen Dosen eingesetzt – ohne Verordnung ist es jedoch gefährlich.
Diclofenac (Voltaren)
Stark nierenschädigend. Schon kleinste Mengen können bei kleinen Hunden lebensbedrohlich wirken.
Symptome
- Erbrechen (oft mit Blut), blutiger Durchfall, schwarzer Teerstuhl
- Bauchschmerzen, gewölbter Rücken
- Appetitlosigkeit, Apathie
- Vermehrtes oder reduziertes Trinken/Urinieren
- Blasse oder gelbliche Schleimhäute (Anämie/Ikterus)
- Bei Paracetamol speziell: graue/braune Maulschleimhaut, Atemnot, Gesichtsschwellung (Katzen!)
- Krämpfe, Bewusstlosigkeit in schweren Fällen
Schritt für Schritt: Was tun?
- Tierarzt sofort anrufen: Wirkstoff, Dosierung, Anzahl Tabletten und Zeitpunkt nennen.
- Verpackung mitnehmen – idealerweise auch den Beipackzettel mit Wirkstoffkonzentration.
- Bei früher Aufnahme (<2 h) wird der Tierarzt Erbrechen auslösen und Aktivkohle geben.
- Kein Wasser, keine Hausmittel – fahren Sie direkt in die Praxis.
Was die Klinik tut
Stationäre Aufnahme mit intravenöser Flüssigkeit zum Schutz der Nieren, Magensäureblocker (Omeprazol) und Magenschleimhautschutz (Sucralfat). Bei Paracetamol zusätzlich N-Acetylcystein als Antidot. Bei schwerer Anämie ggf. Bluttransfusion. Bluttests kontrollieren Leber-, Nieren- und Gerinnungswerte über mehrere Tage.
Häufige Fragen
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