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Hund5 Min. Lesezeit· 20. Mai 2026

Parvovirose beim Welpen erkennen: Blutiger Durchfall ist ein Notfall

Fachlich geprüft vonTÄin Viktoria Müller· Letzte Prüfung:

Parvovirose ist die häufigste lebensbedrohliche Welpenkrankheit in Deutschland. Verursacher ist das hochinfektiöse Canine Parvovirus (CPV-2), das die Darmschleimhaut und das Knochenmark angreift. Welpen zwischen 6 und 16 Wochen sind besonders gefährdet, da der mütterliche Antikörperschutz schwindet bevor die Eigen-Impfung vollständig wirkt. Ohne Behandlung sterben 80 % der erkrankten Welpen — mit moderner Intensivtherapie sinkt die Sterblichkeit auf 5–20 %.

Klassische Symptome

  • Akute Apathie: aus dem munteren Welpen wird innerhalb von Stunden ein abwesendes Tier
  • Fressverweigerung
  • Mehrfaches Erbrechen
  • Blutig-wässriger Durchfall mit typisch süßlich-fauligem Geruch
  • Hohes Fieber (bis 41 °C) — manchmal auch Untertemperatur in fortgeschrittenem Stadium
  • Schnelle Dehydratation: eingefallene Augen, langsame Hautfaltenrückbildung
  • Hypoglykämie: Krämpfe, Schwäche
  • Im fortgeschrittenen Stadium: Schockzustand mit kalten Extremitäten

Wie sich Welpen anstecken

Das Virus wird über Kot ausgeschieden und ist in der Umwelt monatelang stabil — selbst nach Frost und Trockenheit. Schon kleinste Mengen kontaminierter Erde, Hundekot-Reste oder Schuhabdrücke reichen. Welpen können sich also bereits beim ersten Spaziergang vor vollständiger Impfung infizieren — auch in „sicheren" Umgebungen wie dem eigenen Garten, wenn dort vorher infizierte Hunde unterwegs waren.

Diagnose

In der Klinik wird ein Antigen-Schnelltest auf Parvovirus aus dem Kot gemacht — Ergebnis in 10 Minuten. Zusätzlich Blutbild (typisch: starker Abfall weißer Blutkörperchen), Elektrolyte und Blutzucker.

Therapie — stationäre Intensivmedizin

  • Isolation in einem separaten Bereich der Klinik
  • Intravenöse Flüssigkeitstherapie mit Elektrolyt-Ausgleich
  • Antiemetika (z. B. Maropitant) gegen Erbrechen
  • Antibiotika-Prophylaxe gegen Sepsis durch die geschädigte Darmschleimhaut
  • Schmerzmittel
  • Plasmatransfusion oder Hyperimmunseren bei sehr schwerem Verlauf
  • Stationäre Aufnahme für 3–7 Tage, je nach Verlauf

Vorbeugen

  • Konsequente Impfung: 8., 12., 16. Lebenswoche, Booster im 15. Lebensmonat (siehe Impfungen-Ratgeber)
  • Vor 12. Woche: Welpen vor Kontakt mit nicht geimpften Hunden und Risikoumgebungen schützen
  • Schuhe vor Betreten der Welpen-Umgebung wechseln
  • Bei Welpen aus Zuchten oder Tierschutz: bei Übernahme Impfstatus genau prüfen
  • In Mehrhund-Haushalten: konsequente Hygiene bei Welpen-Eingewöhnung

Quellen

Häufige Fragen

Eine vollständige Grundimmunisierung gibt zuverlässigen Schutz. In den Wochen vor der dritten Impfung (16. Lebenswoche) ist der Schutz aber noch nicht vollständig — diese Phase ist die kritische.

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