Kosten & Recht5 Min. Lesezeit· 20. Mai 2026

Wurmkur für Hund und Katze: Wie oft, welche, was bringt eine Kotuntersuchung?

Verfasst vonTA Heinz Berke· Letzte Prüfung:

Über Jahrzehnte galt: alle drei Monate Wurmkur, Punkt. Heute gilt das als überholt. Moderne Empfehlungen (ESCCAP, StIKo Vet) orientieren sich am tatsächlichen Risiko des einzelnen Tieres – durch Kotuntersuchungen wird die Entwurmung gezielt eingesetzt, statt routinemäßig zu vergiften.

Welche Würmer befallen Hund und Katze?

WurmBei HundBei KatzeRisiko
Spulwürmer (Toxocara)häufighäufigauch für Menschen relevant
Hakenwürmermittelmittelbei Welpen lebensbedrohlich
PeitschenwürmermittelseltenDickdarmprobleme
Bandwürmer (Taenia, Dipylidium)durch Flöhe/Beutedurch Beutejagdoft Reisbänder im Kot sichtbar
Fuchsbandwurmin Endemiegebietenseltenzoonotisch lebensgefährlich
Herzwurm (Dirofilaria)Mittelmeerraumseltenlebensbedrohlich
Lungenwürmerzunehmendmittelkann Husten, Atemnot machen

Selektive Entwurmung: das neue Konzept

Statt pauschal alle 3 Monate eine Tablette zu geben, wird beim selektiven Verfahren der Kot regelmäßig auf Wurmeier untersucht. Bei positivem Befund wird gezielt behandelt. Vorteile:

  • Reduziert unnötige Medikamentengabe
  • Verhindert Resistenzbildung
  • Spart bei niedrigem Risiko Geld
  • Erfasst auch unsichtbare Befälle

Praktisch: alle 1–3 Monate Sammel-Kotprobe (3 Tage) ans Labor – Tierarzt entscheidet, ob entwurmt werden muss. Kostet pro Untersuchung etwa 15–30 €.

Risikogruppen — wann doch öfter entwurmen?

  • Welpen: ab 2. Lebenswoche alle 2 Wochen bis zur 12. Lebenswoche, dann monatlich bis 6 Monate
  • Tragende Hündinnen: vor und nach dem Werfen
  • Freigängerkatzen, die jagen
  • Hunde mit Kontakt zu Kleinkindern oder Immungeschwächten
  • Tiere in Endemiegebieten für Fuchsbandwurm (Süddeutschland, Bayern, BW)
  • Tiere mit Aufenthalt im Mittelmeerraum (Herzwurm)

Welche Wirkstoffe?

  • Pyrantel + Praziquantel: Klassiker, breites Spektrum (Spul-, Haken-, Bandwürmer)
  • Fenbendazol: gut gegen Giardien zusätzlich
  • Milbemycinoxim: auch gegen Herzwurmlarven
  • Selamectin / Moxidectin als Spot-On: auch gegen Außenparasiten

Symptome eines Wurmbefalls

  • Sichtbare Würmer oder „Reiskörner" (Bandwurmglieder) im Kot oder im Fell um den After
  • Stumpfes Fell
  • Aufgegaster Bauch bei Welpen („Wurmbauch")
  • Schlecht zugenommen trotz guten Appetits
  • Erbrechen, manchmal mit Würmern
  • Schleppen des Hinterteils („Schlittenfahren") wegen Juckreiz
  • Bei schwerem Befall: Abmagerung, Anämie, Husten (Lungenwürmer)

Häufige Fragen

Nicht zwingend. Bei niedrigem Risiko (Stubentiger, kein Kontakt zu Kleinkindern, keine Beutejagd) reicht 1–2 Mal jährlich. Bei höherem Risiko entsprechend häufiger. Kotuntersuchung ist die bessere Alternative.

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