Augenverletzung beim Hund: Sofortmaßnahmen und wann es ein Notfall ist
Augenerkrankungen und -verletzungen beim Hund sind immer dringlich. Die Hornhaut ist äußerst empfindlich, Entzündungen breiten sich schnell aus, und unbehandelte Verletzungen können zum Sehverlust oder Verlust des Auges führen. Im Zweifel gilt: lieber einmal zu viel als zu spät zum Tierarzt.
Warnsymptome — sofort zum Tierarzt
- Zugekniffenes Auge, Blepharospasmus (krampfartiges Zukneifen)
- Plötzlicher, anhaltender Tränenfluss
- Eiter oder gelblicher Ausfluss
- Sichtbare Verletzung der Hornhaut, Lidblutung
- Trübung der Hornhaut (statt klar wirkt sie milchig-grau)
- Rotes Auge, geschwollene Bindehaut
- Fremdkörper sichtbar oder vermutet
- Augapfel wirkt nach außen verlagert oder vergrößert
- Plötzliche Blindheit (Hund stößt gegen Möbel)
Häufige Ursachen
- Stachelige Pflanzen (Grannen, Dornen) – häufig bei Spaziergängen im Sommer
- Schlag oder Stoß (Auto-Unfall, Sturz)
- Krallen anderer Tiere (Katze!)
- Trockenes Auge (Keratokonjunktivitis sicca)
- Hornhautulkus (Geschwür)
- Glaukom (grüner Star) — sehr schmerzhaft, Notfall
- Anatomische Probleme (Entropium, Ektropium) — vor allem bei brachycephalen Rassen
Erste Hilfe — was Sie tun können
- Hund ruhig halten, Reiben mit Pfoten unterbinden — ggf. Halskrause anlegen.
- Bei Fremdkörperverdacht nicht selbst entfernen — kann Hornhaut zusätzlich schädigen.
- Augenspülung nur mit steriler Kochsalzlösung (0,9 %). Niemals Leitungswasser, keine Augentropfen ohne Anweisung.
- Kühlen bei Schwellung der Lider: feuchtes Tuch (Raumtemperatur, nicht eiskalt), kurz auflegen.
- Sofort zum Tierarzt – wenn möglich noch heute, bei Verschlechterung Notdienst.
Was die Klinik tut
Diagnostik mit Spaltlampe, Fluorescein-Test (färbt Hornhautdefekte an), Augeninnendruckmessung. Je nach Befund: antibiotische und schmerzlindernde Augentropfen, ggf. Mydriatika, Kontaktlinse als Verband, in schweren Fällen Hornhauttransplantation oder Augapfelentfernung. Halskrause für 7–14 Tage ist Standard.
Häufige Fragen
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