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Katze5 Min. Lesezeit· 20. Mai 2026

Chronische Niereninsuffizienz bei der Katze: Frühe Anzeichen und Therapie

Fachlich geprüft vonTÄin Viktoria Müller· Letzte Prüfung:

Die chronische Niereninsuffizienz (CNE) ist die häufigste Diagnose in der Geriatrie der Katze. Anders als bei akutem Nierenversagen entwickelt sich CNE über Monate bis Jahre — und genau deshalb wird sie oft erst spät erkannt. Katzen kompensieren den Funktionsverlust lange erstaunlich gut. Die ersten klinischen Symptome treten erst auf, wenn bereits etwa 70 % der Nephrone ausgefallen sind. Frühe Diagnose über Blut- und Urintest ist daher entscheidend.

Frühe Anzeichen — auf diese Veränderungen achten

  • Vermehrtes Trinken (Polydipsie) — Wasserschale wird leerer
  • Vermehrtes Urinieren (Polyurie) — größere Pfützen in der Toilette
  • Gewichtsverlust trotz scheinbar normalem Appetit
  • Mundgeruch (urämisch, „chemisch")
  • Stumpfes Fell, schlechtes Putzverhalten
  • Gelegentliches Erbrechen, vor allem morgens
  • Schwankender Appetit
  • Vermehrte Müdigkeit, weniger Spielen

Späte Symptome — bei diesen ist die Erkrankung weit fortgeschritten

  • Anorexie über mehrere Tage
  • Häufiges Erbrechen
  • Mundgeschwüre, blasse Schleimhäute (renale Anämie)
  • Schwäche, taumelnder Gang
  • Krampfanfälle (urämische Enzephalopathie)
  • Dehydratation trotz vielen Trinkens

IRIS-Klassifikation

Die International Renal Interest Society (IRIS) klassifiziert die CNE in 4 Stadien anhand des Kreatinin- und SDMA-Wertes:

StadiumKreatinin (μmol/L)Klinik
1<140asymptomatisch — Diagnose nur über SDMA oder Urintest
2140–249subklinisch oder leichte Symptome — beste Therapie-Phase
3250–439klinisch deutlich, gewöhnlich Behandlungsbeginn
4>440schwere Niereninsuffizienz, Lebensqualität-Frage

Therapie — was hilft wirklich?

  • Spezial-Nierendiät: phosphatreduziert, mäßig proteinarm — der wichtigste Lebensverlängerer überhaupt
  • Phosphatbinder bei erhöhtem Phosphor-Wert
  • Blutdruck-Behandlung: Telmisartan oder Amlodipin bei Hypertonie
  • Subkutane Infusion bei fortgeschrittener Dehydratation — oft auch zu Hause möglich
  • Übelkeit unterdrücken: Maropitant, Ondansetron
  • Appetit-Stimulanzien: Mirtazapin
  • Kalium-Substitution bei Hypokaliämie
  • Bei renaler Anämie: Erythropoietin

Lebenserwartung

Bei früher Diagnose im IRIS-Stadium 1–2 lebt die Katze oft noch 3–7 Jahre mit guter Lebensqualität. Im Stadium 3 sind es im Schnitt 1–2 Jahre, im Stadium 4 wenige Monate. Daher: bei Senior-Katzen ab dem 8.–9. Lebensjahr jährliche Blutuntersuchung mit SDMA und Urintest.

Quellen

Häufige Fragen

Ab dem 8.–9. Lebensjahr jährlich, ab dem 12. Lebensjahr halbjährlich. Bei Risiko-Rassen (Burma, Maine Coon, Perser, Abessinier) eher früher.

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