Tierarzt-Notdienst Kosten: Was Sie nach der GOT 2022 zahlen müssen
Seit der Reform der Gebührenordnung für Tierärzte (GOT) im November 2022 hat sich die Abrechnung im Notdienst geändert: Eine pauschale Notdienstgebühr ist Pflicht, Behandlungen außerhalb der Sprechzeiten dürfen mit dem 2- bis 4-fachen Satz berechnet werden. Was bedeutet das konkret für Ihre Rechnung? Wir erklären die Regelung mit Beispielen.
Was ist die GOT?
Die Gebührenordnung für Tierärzte ist eine bundeseinheitliche Verordnung, die festlegt, welche Mindest- und Höchstbeträge Tierärzte für ihre Leistungen verlangen dürfen. Sie ist verbindlich – Unterschreiten ist berufsrechtlich verboten. Damit soll eine flächendeckende, qualitativ hochwertige Versorgung gesichert werden.
Die verpflichtende Notdienstgebühr
Seit GOT 2022 wird bei jeder Inanspruchnahme außerhalb der Sprechzeiten eine Notdienstgebühr von 50 € netto (59,50 € brutto) berechnet. Diese fällt zusätzlich zur regulären Untersuchung an.
Die Notdienstgebühr gilt:
- Werktags zwischen 18:00 und 8:00 Uhr
- Samstags ab 12:00 Uhr
- Sonntags ganztägig
- An gesetzlichen Feiertagen ganztägig
Der 2- bis 4-fache Satz im Notdienst
Während der regulären Öffnungszeiten dürfen Tierärzte zwischen 1-fachem und 3-fachem GOT-Satz abrechnen. Im Notdienst ist der Mindestsatz das 2-fache, das Maximum das 4-fache. Begründung: höhere Personalkosten, mehr Aufwand, höheres Haftungsrisiko bei kurzer Diagnose-Zeit.
Beispielrechnung 1: Hund mit Magendrehungsverdacht
| Position | Betrag (3-fach) |
|---|---|
| Notdienstgebühr | 50,00 € |
| Eingehende Untersuchung | 70,86 € |
| Röntgen 2 Ebenen Abdomen | 105,03 € |
| Infusion + Materialkosten | ~80,00 € |
| Schmerzmittel + Sedierung | ~60,00 € |
| Zwischensumme netto | ~365,89 € |
| Mehrwertsteuer (19 %) | ~69,52 € |
| Gesamt brutto | ~435 € |
Dazu kommen ggf. weitere Kosten, wenn eine OP nötig wird – eine Magendrehungs-Operation inkl. Klinikaufenthalt liegt im Notdienst meist bei 2.000 € bis 4.000 €.
Beispielrechnung 2: Katze mit Atemnot, ambulant
| Position | Betrag (3-fach) |
|---|---|
| Notdienstgebühr | 50,00 € |
| Eingehende Untersuchung | 70,86 € |
| Sauerstoffversorgung | ~30,00 € |
| Thorax-Ultraschall | ~75,00 € |
| Thorakozentese (Erguss-Punktion) | ~95,00 € |
| Medikamente, Aufwachzeit | ~50,00 € |
| Zwischensumme netto | ~370,86 € |
| Mehrwertsteuer (19 %) | ~70,46 € |
| Gesamt brutto | ~440 € |
Sparen im Notdienst: Was geht und was nicht
- Tierkrankenversicherung: OP-Versicherung deckt typische Notfall-OPs ab. Eine Krankenvollversicherung übernimmt darüber hinaus ambulante Behandlung und Diagnostik – Beiträge ab ca. 25 €/Monat.
- Rückstellungen: 30 € pro Monat auf einem separaten Konto reichen für die meisten Notfälle aus.
- Vorbeugen statt behandeln: Regelmäßige Vorsorgeuntersuchung erkennt Probleme früh – bevor sie zum Notfall werden.
- Ratenzahlung: Viele Praxen vereinbaren auf Anfrage eine Ratenzahlung. Auch externe Anbieter wie Pet-Plus oder figo bieten Zahlungspläne an.
Häufige Fragen
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