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Hund5 Min. Lesezeit· 20. Mai 2026

Diabetes mellitus beim Hund: Symptome, Diagnose und Insulintherapie

Fachlich geprüft vonTA Heinz Berke· Letzte Prüfung:

Diabetes mellitus ist beim Hund seltener als bei der Katze, aber gut behandelbar. Anders als bei Menschen Typ 2 ist der Hund-Diabetes fast immer insulinabhängig — der Körper produziert kein oder fast kein eigenes Insulin mehr. Betroffen sind vor allem Hündinnen mittleren bis höheren Alters; bestimmte Rassen (Samojede, Mops, Tibet Terrier, Australian Terrier) sind genetisch prädisponiert. Mit konsequenter Therapie ist die Lebenserwartung bei früher Diagnose nahezu normal.

Klassisches Symptom-Quartett

  • Polydipsie: vermehrtes Trinken (Wasserschale auffallend schnell leer)
  • Polyurie: vermehrtes Urinieren (manchmal mit Inkontinenz in der Wohnung)
  • Polyphagie: gesteigerter Hunger
  • Gewichtsverlust trotz hohem Appetit

Weitere Warnzeichen

  • Grauer Star (Katarakt): bei etwa 75 % aller diabetischen Hunde innerhalb des ersten Jahres
  • Schlechte Wundheilung
  • Häufige Hautinfektionen
  • Stumpfes Fell
  • Müdigkeit, weniger Belastbarkeit
  • Im fortgeschrittenen Stadium: Apathie, Erbrechen, Atemnot (diabetische Ketoazidose — Notfall!)

Diagnose

Bluttest mit dauerhaft erhöhtem Blutzucker (>10 mmol/L bzw. >180 mg/dL) und positiver Glucose im Urin sichert die Diagnose. Fructosamin (Langzeit-Blutzucker, ähnlich HbA1c beim Menschen) bestätigt den chronischen Verlauf. Zusätzlich werden Folgeerkrankungen geprüft: Nieren, Leber, Pankreatitis.

Therapie — Insulin und Disziplin

  • Insulin-Injektion zweimal täglich nach den Mahlzeiten — meist Caninsulin oder Vetsulin
  • Konstante Fütterung: gleiches Futter, gleiche Menge, gleiche Zeiten
  • Spezial-Diabetes-Diät: faserreich, niedriger glykämischer Index
  • Konstante Bewegung: tägliche moderate Aktivität
  • Blutzucker-Kontrollen: anfangs alle 1–2 Wochen, später alle 3–6 Monate
  • Bei Hündinnen unbedingt Kastration: hormonelle Schwankungen verschlechtern die Diabetes-Kontrolle dramatisch

Was kostet die laufende Behandlung?

  • Insulin: 40–80 €/Monat je nach Hundegröße
  • Spezial-Diät: 60–120 €/Monat
  • Glukometer + Teststreifen: 50–100 €/Monat
  • Tierarzt-Kontrollen: ~80 € pro Termin
  • Summe: meist 200–350 €/Monat für eine gut geführte Diabetes-Therapie

Quellen

Häufige Fragen

Beim Hund praktisch nie — die Inselzellen sind dauerhaft geschädigt. Anders als bei der Katze ist eine Diabetes-Remission selten. Mit guter Therapie ist die Lebenserwartung aber nahezu normal.

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