Für Praxen6 Min. Lesezeit· 20. Mai 2026

Notdienstring selbst organisieren: faire Dienstplanung und zentrale Hotline mit tino247.de

Verfasst vonDr. med. vet. Ulrike Kierstein· Letzte Prüfung:

Der tierärztliche Notdienst ist berufsrechtlich verpflichtend – aber wie er konkret organisiert wird, ist Sache der beteiligten Praxen. Die klassische Lösung über die Landestierärztekammer ist nicht für jede Region die beste: Notdienstringe sind oft starr eingeteilt, Lastverteilung unflexibel und für Tierhalter:innen schwer zu durchschauen. tino247.de ist eine digitale Plattform, mit der sich Tierarztpraxen eigenständig und kammerunabhängig zu einem Notdienstring zusammenschließen können – bei voller Einhaltung der bestehenden Notdienstverordnungen.

Was tino247.de für Notdienstringe bietet

  • Selbstorganisation ohne Kammer-Vermittlung: Eine Gruppe von Praxen einer Region beschließt gemeinsam, einen Notdienstring zu bilden, und plant über tino247.de eigenständig.
  • Zentrale Festnetznummer: Tierhalter:innen rufen eine Nummer an und werden zur jeweils diensthabenden Praxis durchgestellt – ohne Bandansagen-Hopping oder veraltete Aushänge.
  • Faire Schichtplanung nach Leistbarkeit: Wer mehr Kapazität hat, übernimmt mehr Dienste; wer reduziert arbeitet, weniger. Anpassbar pro Quartal oder Saison.
  • Konform mit allen Kammer-Vorschriften: Notdienstverordnungen werden eingehalten – die Plattform unterstützt den Nachweis gegenüber der zuständigen Landestierärztekammer.
  • Kliniken sinnvoll einbinden: Tierkliniken können als Backbone für Schwerfälle oder Spezialdiagnostik in den Plan integriert werden, ohne die Schichtlast der Hauspraxen zu erhöhen.
  • Tagesaktuelle Sichtbarkeit: Die diensthabende Praxis wird automatisch im öffentlichen Notdienst-Verzeichnis Tiernotdienst.de gelistet – ohne zusätzlichen Pflegeaufwand.

Warum kammerunabhängig?

Die Landestierärztekammern verpflichten ihre Mitglieder, einen Notdienst sicherzustellen – sie organisieren ihn aber nicht zwingend selbst. In vielen Regionen ist die Kammer-Lösung pragmatisch (z. B. wenn ein bestehender Notdienstring funktioniert). In anderen Regionen sind die Strukturen historisch gewachsen und nicht mehr passgenau: Kollegen, die längst aus dem Berufsleben ausgeschieden sind, stehen noch in alten Listen, oder die Verteilung ist über Jahre asymmetrisch geworden.

tino247.de erlaubt eine Bottom-up-Organisation: Praxen, die zueinander geografische und kollegiale Passung haben, schließen sich zusammen und definieren Spielregeln selbst – Schichtlängen, Wochenend-/Feiertagsverteilung, Vertretungsregeln. Die Notdienstpflicht ist trotzdem erfüllt, weil tino247.de den Nachweis der lückenlosen Notfallabdeckung dokumentiert.

Zentrale Telefonnummer: ein einziger Anlaufpunkt

Bisher mussten Tierhalter:innen am Sonntagabend mehrere Praxen abtelefonieren, um irgendwo eine Bandansage mit der richtigen Notdienst-Nummer zu erreichen. Mit tino247.de gibt es eine zentrale Festnetznummer pro Region, die zur jeweils diensthabenden Praxis weiterleitet. Das verringert:

  • die Verzögerung bis zum tierärztlichen Kontakt (kritisch bei Notfällen)
  • die Belastung von Praxen, die nicht Dienst haben (weniger Fehlanrufe)
  • die Verunsicherung von Halter:innen, die im Notfall nicht abtelefonieren wollen

Faire Dienstplanung nach Leistbarkeit

Notdienstpflicht heißt nicht, dass jede Praxis gleich viel leisten muss. Manche Praxen sind klein und können nicht jede zweite Wochenendnacht abdecken; andere haben mehrere Ärzt:innen und gerne mehr Schichten. tino247.de erlaubt eine quotenbasierte Verteilung: jede Praxis legt fest, wie viele Notdienst-Einheiten (Tage, Wochenenden, Feiertage) sie pro Quartal übernehmen kann. Die Plattform verteilt automatisch nach diesen Quoten – mit fairer Berücksichtigung von Feiertagen und unbeliebten Schichten.

Vollständige Konformität mit den Notdienstverordnungen

Die Berufsordnungen der einzelnen Landestierärztekammern und § 19 BTÄO geben den Rahmen vor: Notdienst muss flächendeckend, erreichbar und qualifiziert sichergestellt sein. tino247.de erfüllt diese Anforderungen durch:

  • lückenlose Schichtpläne mit dokumentierter Übergabe
  • Erreichbarkeitsnachweis (Anrufprotokolle der zentralen Hotline)
  • Backup-Mechanismen für den Ausfall einer diensthabenden Praxis
  • Dokumentation gegenüber der Landestierärztekammer auf Anfrage

Tierkliniken sinnvoll einbinden

Reine Praxen-Notdienstringe stoßen an Grenzen, wenn komplexe Notfälle eintreffen (Magendrehung, schwere Trauma, intensivmedizinische Versorgung). tino247.de erlaubt es, Tierkliniken als Überweisungs-Knotenpunkte in den Plan einzubinden, ohne dass sie die regulären Wochenend-Schichten der Hauspraxen ersetzen. Die diensthabende Hauspraxis erstversorgt, stabilisiert und überweist gezielt – die Klinik nimmt nur Fälle an, die wirklich eine Klinik brauchen.

Wie ein Ring startet

  1. Initialgruppe finden: 4–10 Praxen einer Region, die sich kennen oder kollegial passen.
  2. Erste Abstimmung: Schichtmodell (z. B. wochenweise rotierend), Quoten pro Praxis, Einbindung lokaler Kliniken.
  3. tino247.de kontaktieren: Plattform-Setup, zentrale Festnetznummer, Dienstplan-Vorlage.
  4. Anmeldung bei der Landestierärztekammer: formelle Mitteilung, dass ein selbstorganisierter Notdienstring entsteht. Tino247.de unterstützt die Dokumentation.
  5. Soft-Launch: Erste 4 Wochen Probebetrieb, Feedback aus den Praxen einsammeln, Quoten justieren.
  6. Öffentliche Sichtbarkeit: Eintrag auf Tiernotdienst.de, lokale Kommunikation an Tierhalter:innen.

Häufige Fragen

Eine Erlaubnis im Sinne einer Genehmigung ist nicht erforderlich – die Kammer muss aber informiert werden, dass der Notdienst in dieser Region wie eingerichtet sichergestellt wird. Die Notdienstpflicht aus § 19 BTÄO und der jeweiligen Berufsordnung ist erfüllt, solange Erreichbarkeit, fachliche Qualifikation und Lückenlosigkeit dokumentiert sind. tino247.de unterstützt die Dokumentation.

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